Samstag , 21 Oktober 2017
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Kompass Fahrradführer vs. Go Vista Bike Guide – Teurer vs. billiger Radführer im Taschenformat

Kompass Fahrradführer vs. Go Vista Bike Guide – Teurer vs. billiger Radführer im Taschenformat

Die Auswahl an Radführern in Papierform ist zwar noch recht überschaubar, aber immer wieder gibt es zahlreiche neue Modelle, die auf den Markt kommen. Immer mal wieder ärgerlich ist es, wenn die Discounter Produkte auf dem Markt werfen, die man nach der Aktion nicht mehr erwerben kann. Wir haben uns mal die Mühe gemacht und vergleichen hierbei zwei bekannte Radführer, zum einen den Kompass Fahrradführer Bodenseeradweg und vom Vista Point Verlag aus der GO VISTA Bike Guide Reihe ebenfalls das Exemplar zum Bodenseeradweg. Während man den Kompass Radführer jederzeit erwerben kann, so wurden die GO Vista Bike Guides kurz auf den Markt geworfen und werden uns als Kunden wohl zum Beginn der neuen Radsaison abermals in den Discountern als Sonderware präsentiert.

Wer sich jedoch mit den GO Vista Bikeführern beschäftigt, der sieht verblüffende Ähnlichkeiten zur bekannten Bikeline Serie und schön hätte man indirekt den dritten Radführer im Bunde und zugleich ein zweites Exemplar, welches man dauerhaft erwerben kann.

Format

Alle drei Radführer sind im Querformat gedruckt, die Spiralbindung ist bei den Go Vista und Bikeline Bikeführern auf der Seite angebracht, beim Kompass Radführer befindet sich diese Bindung auf der Oberseite der jeweiligen Seite. Während man beim Go Vista und Bikeline folglich auf Tour von rechts nach links vorwärts blättert, hat man beim Kompass den „Luxus“ nach oben wegzublättern. Es ist oder vielmehr es wäre ein Luxus, da man die Kompass Führer im Gegensatz zu den anderen Radführern z.B. gut in die Kartentaschen der Lenkertasche stecken könnte. Probleme bereiten nur die Taschenhersteller, die zum Teil an der Praxis vorbei produzieren. Als Negativbeispiel verweisen wir gern auf Vaude, denn in der ROAD I bzw. II passen sowohl die Fahrradführer von Kompass, als auch von Go Vista/Bikeline nicht hinein. Witzigerweise hat Vaude noch vor Jahren eine Lenkertasche mit einem uns unbekannten Namen angeboten, zu der es eine deutlich größere Kartentasche gab. Mit der ROAD gab es nun klar erkennbar einen Schritt zurück.

Ärgerlich in diesem Fall die Weite der Tasche, als auch das unnötige Fußende vom Kompass Radführer

Ärgerlich in diesem Fall die Weite der Tasche, als auch das unnötige Fußende vom Kompass Radführer

Nur eine Seite pro Lenkertasche! Auch hier wäre die Tasche deutlich zu schmal

Nur eine Seite pro Lenkertasche! Auch hier wäre die Tasche deutlich zu schmal

Von Seiten der Aufteilung bieten die Kompass Radführer die schönere Alternative.  Oft umblättern muss man zwar auch hier, jedoch bieten die zwei sichtbaren Seiten dann doch eine Seite mehr, als bei den beiden anderen Fahrradführern.

Papier

Was sich im Preis schon erahnen lässt, es gibt Unterschiede im Material der Seiten zu entdecken. Bei einem Kurs von ~5 € für die Go Vista Radführer gibt es „nur“ einfaches Papier. Die teurere und vom Inhalt wohl sehr verwandte Bikeline Serie bietet für ~13 € schon wetter- und reißfeste Seiten. Es kann auf Tour wie aus Eimern schütten, die Seiten bleiben so wie sie sollen, ebenfalls bedarf es einen größeren Aufwand die Seiten aus der Spiralbindung zu reißen. Das gleiche gilt auch für den Fahrradführer von Kompass, die wiederum 2 € teurer als die Bikeline Serie sind. Auch hier wird man auf Tour die Karten nicht beschmieren oder ungewollt vernichten können. Wer jedoch auf Tour als Vorbereitung oder eben spontan unterwegs etwas einzeichnen will, der wird wohl eher mit einem wasserfesten Stift Erfolg haben.

Beachten sollte man bei den Go Vista Radführern auch, dass die Papierseiten unter einer verbogenen oder defekten Spirale besonders leiden. Ständig in die Lenkerkartentasche gestopft, können die Spiralen leicht verbiegen und das Umblättern wird schwerer. Oft machen die Seiten der GO Vista Bike Guides diese Prozedur nicht mit, so dass langfristig die Bikelines und Kompass Seiten besser sind.

Sichtbarkeit

Aufgrund des Fehlens eines Bikeline Exemplars kann man natürlich nur die Go Vista Bike Guides und Kompass Radführer direkt miteinander vergleichen. Besonders auffallend ist der Kontrast der Karten.

Schaut bei Bedarf selbst noch einmal in Eurer Buchhandlung vor Ort

Schaut bei Bedarf selbst noch einmal in Eurer Buchhandlung vor Ort

Hält man sich vor Augen, dass die Radführer noch in der Kartentasche stecken, diese eventuell wellig ist, die Sonne scheint oder dergleichen, so gibt es viele Faktoren, die Licht schlucken. Bei den Go Vista hat man die Karten deutlich schwächer vor Augen, das grau der Siedlungen/Städte ist, wie auch die Straßen und Wege um einiges schwächer als beim deutlich kräftigeren Kompass Exemplar. Wer nun die Radführer in die Taschen steckt, der nimmt noch einmal etwas von der Sichtbarkeit und so verhält es sich wie bei einem aufgesetzten Graufilter in der Fotografie, das abgelichtete Objekt  verliert an Helligkeit.

Details

Wenn man nun beide Radführer in den Händen hält, so fallen auch die unterschiedlichen Details auf. Die Go Vista Bike Guides beschränken sich auf das Allernötigste. Wer Karten gerne clean haben will, der ist mit den Go Vista gut bedient, wer jedoch die POIs vom GPS-Gerät liebt und auch auf Wander- und Radkarten detaillierte Angaben genießt, der sollte die Kompasskarten den Bikeline/Go Vista Bike Guides vorziehen. Konkrete Beispiele gibt es reichlich, so schreibt Go Vista im Ausschnitt von Bregenz bei einem Symbol „Schlössle“, im passenden Kompass Blattausschnitt steht dort Schloss Mittelweiherburg. Auch während der Fahrt sind Restaurants und Cafés, die auf Tour zur Einkehr einladen beim Kompass Bodenseeradweg erwähnt, diese sogar namentlich. Wer am Etappenziel oder in größeren Städten schon mal eine Apotheke oder Einkaufsmöglichkeiten sucht, dem wird im Kompass Radführer auch besser geholfen.

Fazit

Der teuerste Radführer ist zugleich der beste Radführer im Test.

Überzeugen kann der Go Vista zwar im Preis, dies jedoch eher im direkten Vergleich mit dem Bikeline Exemplar, wo man sich entscheiden muss, ob man zusätzlich zum Inhalt wert legt auf ein robusteres Erscheinungsbild. Im direkten Vergleich mit dem Kompass Radführer liegt der Go Vista jedoch zurück und auch der Bikeline Radführer wäre wohl schlechter als das Kompass Modell.

Gute Erkennbarkeit des Wegeverlaufs ist unterwegs das A und O, mit dem höheren Kontrast liegt der Kompass eine Schrittlänge vor den beiden anderen Radführern. Ebenso hinterlässt der Kompass Radführer durch die Fülle an POIs einen sehr positiven Eindruck, denn oft genug muss man sich unterwegs an markanten Punkten orientieren und es ist dann auch einfacher wenn diese eingezeichnet sind. Wenn diese noch namentlich erwähnt werden, so bringt es den Mehrwert, dass man nun auch weiß an welchem Kloster, Kirche oder anderer Sehenswürdigkeit man in Sichtweite vorbei gerauscht ist.

Unterm Strich wären die Go Vista Bikeführer etwas für Sparfüchse, die gern ein Dutzend Radführer auf Vorrat besitzen und aus dem Umfang der vorliegenden Radführer eher spontan die Radreisen planen. Wer jedoch ganz genau weiß, wohin er seine nächste Radtour verlegt oder auch Wert legt auf robustere Ausgaben, dem führt kein Weg vorbei an den teureren Modellen. Der Kompass Radführer ist für uns die 1. Wahl. Er bietet eine Fülle an Informationen und ist zugleich von der Aufteilung der Seiten, als auch von den Farben unterwegs die komfortabelste Lösung. Bleibt nur zu hoffen, dass die ROAD I Radtasche mit der Größe ihres Kartenfachs keine Nachahmer finden wird.

 

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5 Kommentare

  1. Sehr, sehr gute Kritik. Hat mir weitergeholfen.
    Danke an den Verfasser!

  2. Danke für den offensichtlich fachlich fundierten Vergleich. Gerade im aktuellen Kontext (Discounter Angebot ab Montag) sehr hilfreich. Hat mich davon überzeugt, die Hände vom Go Vista zu lassen.

    • Redaktion | ZweiradBlog

      Moin, moin

      gern geschehen….

      Unser Vergleich bezog sich auf die Exemplare von 2012, vielleicht hat ja auch mal GoVista auf unseren Vergleich geschaut und nachgebessert.

      Was mich jedoch im Test am meisten geärgert hat, war weniger bezogen auf die Radführer, sondern vielmehr der Blick auf die Kartentasche von VAUDE. Es ist schon ein Witz, dass man eine aktuelle Lenkertasche nicht so stets aktualisiert, dass man nach den jeweiligen Geflogenheiten orientiert. Mag es vielleicht noch vor Jahrzehnten keine Spiralblöcke und eben diese Radführer gegeben haben, so hätte ich zumindest nun erwartet, dass wenigstens ein Format in die Kartentasche passt. So verlässt man sich nun, dass man ja extra eine durchsichtige Kartentasche hat, in der ja dann auch der Radführer hineinpassen sollte und Zuhause erlebt man dann sein blaues Wunder.

      Viele Grüße

      Christian

      • Hallo,

        habe die Tage einen Go Vista Bike Guide (2014, Rhein-Radweg) erworben und bin zufällig über diesen guten Testbericht gestolpert. In folgenden drei Punkten wurde vermutlich nachgebessert (da ich keinen alten Go Vista Radführer habe, kann ich nur an Hand der Fotos beurteilen): 1. Spiralbindung nun oben, 2. Kontrast vemutlich verstärkt (u.a. intensives Grau bei den Häusern auf den Stadtplänen), 3. Detailinformationen auf Karten (hat Ähnlichkeiten mit den oben abgebildeten Kompass-Radführen).
        Beim Wandern wurde ich von Kompasskarten schon herbe entäuscht. Über das Preisleistungsverhältnis dieses Go Vista Radführers war ich positiv überrascht – kann aber noch nichts zur Genauigkeit der Wegbeschreibung etc. sagen …

        Viele Grüße
        Jochen

  3. leider sind die angaben über die Campingplätze sehr dürftig oder gar nicht vorhanden. Schade!!!

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